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Wasserversorgung des Grünten

Gemäß den Vorgaben der Alpenkonvention gehört Wasser allen und die Bevölkerung entscheidet, was mit Ihrem Wasser passiert. So prognostizieren die Vereinten Nationen einen steigenden Wasserverbrauch von 40% bis 2025. Im Allgäu sind wir mit Wasser noch gesegnet. Dennoch hat sich im Jahr 2018 in Teilen des Oberallgäus – Ermengerst (Wiggensbach) – die Trinkwassersituation mit einer Knappheit gezeigt wie selten zuvor, verschärft durch die damalige Trockenheit. Die Situation zeigt auch, dass Wasserknappheit kein Fremdwort in unserer Region mehr ist.

Foto: ÖDP Oberallgäu Franz Josef Natterer-Babych und Peter Nessler

Unter diesen Voraussetzungen müssen wir in der Region überlegen, was mit dem Trinkwasser passiert und wie es eingesetzt wird, so die ÖDP Oberallgäu. Im Oberallgäu liegen im Moment mehrere Milliarden Liter teils hochwertiges Trinkwasser in künstlichen Speicherbecken, um in den Wintermonaten zu Kunstschnee zu werden. Gemeinsam mit dem Oberallgäuer Kreisheimatpfleger Peter Nessler war der Kemptener Stadtrat und Bundestagskandidat der ÖDP, Franz Josef Natterer-Babych, am Grünten, um sich vor Ort ein Bild der geplanten Umbaumaßnahmen zu machen. Dort plant der Investor neue Skilifte, Beschneiungsbecken und Freizeitanlagen. Insbesondere interessierte Franz Josef Natterer-Babych das geplante Beschneiungskonzept und der damit notwendige Beschneiungsteich, der ein Fassungsvermögen von 40 Millionen Liter haben soll. Heimatpfleger Peter Nessler erklärte das Problem Wasser, das gerade am Grünten zu Spannungen, z.B. im Sommer mit der Alpwirtschaft führen kann.

Nessler führt aus, dass unsere Kulturlandschaft von Bauern und Alpbetrieb geschaffen worden ist. “Die dürfen am Berg keinesfalls die Verlierer hinter einem Beschneiungsbecken sein, unsere Älpler brauchen Wasser„.

Der Bericht zur „Wasserversorgungsbilanz Schwaben 2025“ vom Oktober 2014 zeigt zwar auf, dass der Pro Kopf Verbrauch zurückgegangen ist. Jedoch hat die Einwohnerzahl im Oberallgäu sowie in Kempten entgegen den Erwartungen zugenommen hat (1995-2015). Damit wird zusätzlich Trinkwasser benötigt. Weiter listet die Wasserversorgungsbilanz den Bereich Rettenberg in Bezug auf die Versorgungssicherheit als ein stark eingeschränktes Gebiet (S.59) auf. Dies bezieht sich auf die Redundanz der Wasserquellen. Dennoch ist die Versorgung am Berg hierbei nicht berücksichtigt, haben viele Alpwirtschaften doch eine eigene Quelle. Dass bei der Wasserversorgung die Einzelquellen nicht versiegen bzw. durch abgestandenes Wasser nicht verunreinigt werden, dem gilt die nächste große Sorge. Gerade der Wasserverbrauch durch die Beschneiungsanlagen wir nur teilweise durch den Beschneiungssee gedeckt. Die weitere Entnahme von Trinkwasser für die Beschneiung aus den Trinkwasserquellen kann zu Wasserknappheit an anderer Stelle führen. „In Bezug auf den Klimawandel und der unsicheren Schneesituation im Winter führt dies zwangsweise zu einem wesentlich höheren Wasserbedarf, welcher nicht zu einer Wasserknappheit in nachfolgenden Regionen führen darf“, so Franz Josef Natterer-Babych.

Daher brauchen wir in der Region Schwaben und im Landkreis Oberallgäu und Kempten einen Wassertisch für die Erstellung eines Managementplans, wie Wasser in Zukunft verteilt werden kann. Dieser ist wichtig, denn mit dem Klimawandel wird erwartet, dass die Sommer heißer und trockner werden. „Der Schluck aus der Wasserflasche steht zuerst dem Menschen zu“. Er möchte das Thema in Berlin grundsätzlich voranbringen auch weil es schon in der Alpenkonvention geregelt ist und wir es von Berlin aus fair und sozial gerecht regeln können. Franz Josef Natterer-Babych war von der Grüntenführung sehr beeindruckt und hofft, dass das Wasser den Wert im Findungsprozess erfährt, den es Wert ist „nämlich die Quelle des Lebens“ zu sein, so Natterer-Babych auf dem Rückweg vom Berg.